Große Dateien online versenden: Anleitung und Möglichkeiten
Große Dateien versenden Sie online am einfachsten über einen Dateiübertragungsdienst: Sie laden die Datei im Browser hoch und verschicken statt eines Anhangs einen Download-Link. E-Mail-Anhänge scheiden dafür meist aus, weil sie auf etwa 25 MB begrenzt sind.
Was heißt große Dateien versenden?
Als groß gilt eine Datei immer dann, wenn sie sich nicht mehr als normaler E-Mail-Anhang verschicken lässt. Diese Grenze liegt in der Praxis bei ungefähr 25 MB und ist damit schnell erreicht.
- hochauflösende Videos und Rohmaterial aus der Kamera
- umfangreiche Bildstrecken, etwa RAW-Dateien aus einem Shooting
- Druckdaten und offene Layoutdateien mit verknüpften Elementen
- Audioprojekte mit mehreren Spuren
- Software-Builds, Installationspakete und Datenbank-Exporte
- ZIP-Archive mit ganzen Projektordnern
Sobald eine dieser Dateien versendet werden soll, führt der Weg über einen Dienst, der für solche Datenmengen gebaut ist.
Warum E-Mail-Anhänge begrenzt sind
Die meisten E-Mail-Anbieter begrenzen Anhänge auf etwa 25 MB. Der Grund liegt in der Herkunft der Technik: E-Mail wurde für kurze Textnachrichten entworfen, nicht für den Transport großer Datenmengen.
Hinzu kommt, dass ein Anhang beim Versand kodiert wird und dadurch spürbar wächst. Eine Datei, die auf der Festplatte knapp unter dem Limit liegt, kann im Postfach des Empfängers bereits darüber liegen.
Überschreitet eine Nachricht das Limit, lehnt der Server sie ab oder die Zustellung scheitert unbemerkt. Manche Anbieter laden den Anhang automatisch in ihren eigenen Cloud-Speicher hoch und ersetzen ihn durch einen Link. Verlässlich planbar ist das nicht.
Ein weiteres Problem: Selbst wenn die Nachricht durchgeht, liegt eine Kopie der Datei dauerhaft in mehreren Postfächern. Bei großen Dateien füllt sich der Speicherplatz der Postfächer dadurch schnell.
Die gängigen Wege im Vergleich
Für den Versand großer Dateien haben sich vier Wege etabliert. Sie unterscheiden sich vor allem im Aufwand für den Empfänger.
Vorweg: Für den Regelfall ist ein Dateiübertragungsdienst die einfachste Lösung, weil er auf der Empfängerseite keinerlei Voraussetzungen stellt.
Dateiübertragungsdienste
Sie laden die Dateien hoch und erhalten einen Download-Link, den Sie frei weitergeben. Der Empfänger braucht kein Konto. Das ist der schnellste Weg für einmalige Sendungen und funktioniert auch dann, wenn Sie die Gegenseite nicht kennen.
Cloud-Speicher
Dateien werden in einen Speicher hochgeladen und für bestimmte Personen freigegeben. Das eignet sich gut für Daten, die längere Zeit verfügbar bleiben sollen. Oft benötigen die Empfänger jedoch ein eigenes Konto beim selben Anbieter.
FTP-Server
Der klassische Weg im technischen Umfeld. Er ist zuverlässig, verlangt aber ein zusätzliches Programm, Zugangsdaten und etwas Erfahrung. Für Kunden ohne technischen Hintergrund ist das meist zu umständlich.
Physische Datenträger
Eine externe Festplatte per Kurier ist bei sehr großen Archiven noch immer eine Option, kostet aber Zeit und lässt sich nicht nachverfolgen. Für den Alltag ist dieser Weg die Ausnahme.
Große Dateien mit MyAirBridge versenden
MyAirBridge ist ein solcher Dienst. Er läuft seit 2012, wird aus der Tschechischen Republik betrieben und speichert die Daten in einem Rechenzentrum in Prag innerhalb der EU. Der Versand dauert nur wenige Schritte.
- Öffnen Sie MyAirBridge im Browser. Eine Registrierung ist für den kostenlosen Versand nicht nötig.
- Wählen Sie die Dateien aus oder ziehen Sie einen ganzen Ordner in das Fenster.
- Entscheiden Sie, ob MyAirBridge die Nachricht direkt per E-Mail zustellen soll oder ob Sie nur einen Link erzeugen möchten.
- Starten Sie den Upload und lassen Sie den Browser-Tab geöffnet, bis die Übertragung abgeschlossen ist.
- Kopieren Sie den erzeugten Download-Link und geben Sie ihn an den Empfänger weiter, per E-Mail, Chat oder Ticketsystem.
- Der Empfänger öffnet den Link und lädt die Dateien herunter, ohne Konto und ohne Installation.
Kostenlos sind dabei bis zu 20 GB pro Übertragung möglich. Die Sendung bleibt drei Tage abrufbar und darf in dieser Zeit beliebig oft heruntergeladen werden. Die Verbindung ist verschlüsselt und wird von SSL Labs mit der Bestnote A+ bewertet.
Praktische Hinweise für den Versand
Mit ein paar Gewohnheiten läuft der Versand großer Dateien deutlich reibungsloser.
- Fassen Sie zusammengehörende Dateien in einem ZIP-Archiv zusammen. So bleibt die Ordnerstruktur erhalten und der Empfänger erhält ein einziges Paket.
- Nutzen Sie für den Upload eine stabile Verbindung. Ein Kabelanschluss ist bei sehr großen Dateien zuverlässiger als WLAN.
- Der Upload dauert in der Regel länger als der Download, weil die Upload-Rate der meisten Anschlüsse geringer ist. Planen Sie diese Zeit ein.
- Benennen Sie Dateien eindeutig, etwa mit Projekt, Version und Datum. Das erspart Rückfragen.
- Prüfen Sie nach dem Versand, ob der Empfänger den Link tatsächlich öffnen kann. Manche Firmen-Firewalls blockieren unbekannte Domains.
- Denken Sie an das Ablaufdatum und weisen Sie den Empfänger darauf hin, bis wann die Dateien verfügbar sind.
Sicherheit und Datenschutz
Ein Download-Link ist so vertraulich wie der Kanal, über den Sie ihn verschicken. Bei sensiblen Inhalten sollten Sie zusätzliche Maßnahmen einplanen.
Achten Sie darauf, dass die Übertragung verschlüsselt läuft und dass der Anbieter offenlegt, in welchem Land die Daten liegen. Bei MyAirBridge ist das ein Rechenzentrum in Prag, also innerhalb der EU und unter der DSGVO.
Für vertrauliche Sendungen bietet der Pro-Tarif Passwortschutz und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. In jedem Konto stehen außerdem die Zwei-Faktor-Authentifizierung und ein Protokoll der ein- und ausgehenden Übertragungen zur Verfügung.
Setzen Sie ein Ablaufdatum, das zum Inhalt passt. Was nicht mehr gebraucht wird, sollte auch nicht mehr abrufbar sein.
Häufige Fragen
Ab welcher Größe gilt eine Datei als groß?
In der Praxis ab etwa 25 MB, weil dort das Limit der meisten E-Mail-Anbieter liegt. Alles darüber sollte über einen Dateiübertragungsdienst laufen.
Wie versende ich eine Datei, die zu groß für eine E-Mail ist?
Laden Sie die Datei bei einem Dateiübertragungsdienst hoch und verschicken Sie den erzeugten Download-Link per E-Mail. Die Nachricht bleibt klein, die Datei liegt beim Dienst.
Ist der Versand großer Dateien sicher?
Ja, sofern der Dienst eine verschlüsselte Verbindung nutzt und der Datenstandort bekannt ist. Für vertrauliche Inhalte empfehlen sich zusätzlich Passwortschutz und ein kurzes Ablaufdatum.
Braucht der Empfänger ein Konto?
Bei einem Versand per Download-Link nicht. Bei Cloud-Speicher-Freigaben verlangen viele Anbieter dagegen ein Konto beim selben Dienst.
Zusammenfassung
Große Dateien versenden Sie online am besten über einen Dateiübertragungsdienst: hochladen, Download-Link erzeugen, Link verschicken. E-Mail-Anhänge sind auf etwa 25 MB begrenzt und scheiden damit aus. Cloud-Speicher eignet sich für dauerhaft verfügbare Daten, FTP für technische Abläufe. Bei MyAirBridge sind bis zu 20 GB pro Übertragung kostenlos und ohne Registrierung möglich, der Empfänger braucht weder Konto noch Software.