Warum ist mein Upload so langsam?

Uploads sind vor allem deshalb langsam, weil Privat- und Büroanschlüsse deutlich weniger Upload- als Download-Geschwindigkeit bieten. WLAN, aktive VPN-Verbindungen, konkurrierender Datenverkehr und sehr viele kleine Dateien verschlechtern die Lage zusätzlich.

Die Hauptursache

Die meisten Anschlüsse sind asymmetrisch ausgelegt: Eine Leitung, die mit 100 Mbit/s im Download beworben wird, liefert im Upload womöglich nur 10 Mbit/s. Das Senden derselben Datei dauert dadurch etwa zehnmal so lange wie das Empfangen, und dieses Verhältnis bestimmt das Tempo, nicht der Dienst.

Der Grund dafür ist die typische Nutzung: Privatanschlüsse wurden darauf ausgelegt, dass Menschen Daten empfangen und nicht senden. Sobald Sie große Dateien versenden, arbeiten Sie gegen diese Grundannahme, und genau das spüren Sie im Fortschrittsbalken.

Was Sie prüfen sollten

Arbeiten Sie die Liste von oben nach unten ab. Der Wechsel von WLAN auf Kabel bringt in der Praxis am häufigsten einen spürbaren Sprung, weil er nicht nur das Tempo erhöht, sondern die Übertragung auch stabiler macht.

Ursache Was hilft
WLAN statt Kabel Für große Uploads per Netzwerkkabel verbinden
VPN aktiv Während der Übertragung trennen, sofern die Richtlinien es erlauben
Laufende Videokonferenz Abwarten, Konferenzen belegen die Upload-Bandbreite
Cloud-Synchronisation im Hintergrund Sync-Programme pausieren
Sehr viele kleine Dateien In einem Archiv zusammenfassen
Gemeinsam genutzte Büroleitung Außerhalb der Stoßzeiten hochladen
Alter Router Neu starten und die tatsächliche Anschlussgeschwindigkeit messen

Realistische Erwartungen

Tatsächliche Übertragungen laufen wegen des Protokoll-Overheads etwas langsamer. Wenn Ihre Werte in dieser Größenordnung liegen, ist alles in Ordnung, auch wenn es sich lange anfühlt.

Upload-Geschwindigkeit 1 GB 20 GB
10 Mbit/s etwa 15 Minuten etwa 5 Stunden
50 Mbit/s etwa 3 Minuten etwa 1 Stunde
100 Mbit/s etwa 1,5 Minuten etwa 30 Minuten

Viele kleine Dateien sind der unterschätzte Bremsklotz

Zehntausend Dateien mit je 100 KB brauchen deutlich länger als eine einzelne Datei von einem Gigabyte, obwohl die Datenmenge gleich ist. Jede Datei bedeutet einen eigenen Vorgang mit eigenem Overhead, und diese kleinen Verzögerungen summieren sich.

Packen Sie solche Bestände vorher in ein Archiv. Das kostet lokal ein paar Minuten und spart beim Upload oft ein Vielfaches davon. Ein zusätzlicher Vorteil: Die Ordnerstruktur kommt beim Empfänger garantiert unverändert an.

Wann der Dienst selbst eine Rolle spielt

Die kostenpflichtigen Tarife von MyAirBridge enthalten eine höhere Upload- und Download-Geschwindigkeit. Das wirkt sich dann aus, wenn nicht die eigene Leitung der Engpass ist.

Ist ein Upload dagegen dramatisch langsamer als Ihre gemessene Anschlussgeschwindigkeit und trifft keine der oben genannten Ursachen zu, ist ein Test in einem anderen Netz der schnellste Weg, das Problem einzugrenzen. Häufig zeigt sich dabei, dass eine Firewall, ein Proxy oder ein überlastetes Bürogerät dazwischenfunkt.

Ein Mobilfunk-Hotspot eignet sich gut als Gegenprobe, auch wenn er für die eigentliche Übertragung wegen Datenvolumen und Funkschwankungen selten die bessere Wahl ist. Er beantwortet aber in wenigen Minuten die Frage, ob das Problem im eigenen Netz liegt.

So messen Sie richtig

  1. Beenden Sie zuerst alle Programme, die im Hintergrund Daten senden, insbesondere Cloud-Synchronisation und Konferenzsoftware.
  2. Messen Sie die Anschlussgeschwindigkeit mit einem Geschwindigkeitstest und notieren Sie ausdrücklich den Upload-Wert, nicht den Download-Wert.
  3. Rechnen Sie den gemessenen Wert in eine erwartete Dauer um, indem Sie ihn mit der Tabelle oben vergleichen.
  4. Starten Sie die Übertragung und beobachten Sie, ob das tatsächliche Tempo in dieser Größenordnung liegt.
  5. Weicht es stark ab, wiederholen Sie die Messung mit Kabelverbindung und ohne VPN, um die Ursache einzugrenzen.

Was den Fortschrittsbalken nur scheinbar bremst

Nicht jede gefühlte Verzögerung ist ein Problem. Zu Beginn einer Übertragung werden Dateien eingelesen und vorbereitet, weshalb der Fortschritt kurz stehen kann, ohne dass etwas falsch läuft. Bei sehr vielen kleinen Dateien dauert diese Phase spürbar länger.

Auch schwankende Werte sind normal. Die Geschwindigkeit hängt davon ab, was sonst gerade über die Leitung läuft, und ein kurzer Einbruch bedeutet nicht, dass die Übertragung abbricht. Beurteilen Sie das Tempo daher über einige Minuten hinweg und nicht anhand eines Momentwerts.

Häufige Fragen

Warum ist der Upload langsamer als der Download?

Privat- und Geschäftsanschlüsse sind konstruktionsbedingt asymmetrisch: Die Upload-Geschwindigkeit beträgt oft nur ein Fünftel bis ein Zehntel der Download-Geschwindigkeit.

Bremst WLAN den Upload?

Ja, besonders mit größerem Abstand zum Router oder in einem stark genutzten Netz. Eine Kabelverbindung ist bei großen Uploads stabiler.

Wie mache ich einen großen Upload schneller?

Kabel statt WLAN nutzen, anderen Datenverkehr und Synchronisation pausieren, viele kleine Dateien archivieren und auf gemeinsam genutzten Leitungen außerhalb der Stoßzeiten hochladen.

Kann ich den Rechner während des Uploads weiter nutzen?

Ja, aber vermeiden Sie Anwendungen, die selbst Upload-Bandbreite brauchen, etwa Videokonferenzen oder Cloud-Synchronisation.

Zusammenfassung

Langsame Uploads liegen fast immer an der Verbindung und nicht am Dienst, weil die Upload-Geschwindigkeit auf den meisten Anschlüssen nur einen Bruchteil der Download-Geschwindigkeit beträgt. Kabel statt WLAN, das Pausieren von konkurrierendem Datenverkehr und das Archivieren vieler kleiner Dateien sind die Maßnahmen, die wirklich etwas bringen. Kostenpflichtige Tarife bieten zusätzlich eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit.