Upload-Geschwindigkeit erklärt: Warum Hochladen langsamer ist als Herunterladen
Das Hochladen ist in der Regel langsamer als das Herunterladen, weil die meisten Internetanschlüsse asymmetrisch ausgelegt sind: Sie sind darauf ausgerichtet, weit mehr Daten zu empfangen als zu senden. Dieser Unterschied erklärt, warum eine Datei in Minuten heruntergeladen ist, für den Upload aber eine Stunde benötigt.
Warum Anschlüsse asymmetrisch sind
Anschlüsse für Privathaushalte und kleinere Büros werden üblicherweise mit hoher Download- und deutlich niedrigerer Upload-Geschwindigkeit verkauft, weil die meisten Nutzer mehr konsumieren als veröffentlichen.
Ein Anschluss, der mit 100 Mbit/s im Download beworben wird, liefert im Upload möglicherweise nur 10 Mbit/s. Dieselbe Datei benötigt dann zum Senden zehnmal so lange wie zum Empfangen.
In der Werbung steht meist nur der Download-Wert im Vordergrund. Wenn Sie regelmäßig große Dateien versenden, ist der Upload-Wert die Zahl, auf die es tatsächlich ankommt.
Wie lange ein Upload dauert
Das sind theoretische Werte. Reale Übertragungen sind langsamer, weil Protokolle zusätzlichen Verwaltungsaufwand erzeugen und weil auf derselben Leitung meist noch anderer Verkehr läuft.
| Upload-Geschwindigkeit | 1 GB | 20 GB |
|---|---|---|
| 10 Mbit/s | Etwa 15 Minuten | Etwa 5 Stunden |
| 50 Mbit/s | Etwa 3 Minuten | Etwa 1 Stunde |
| 100 Mbit/s | Etwa 1,5 Minuten | Etwa 30 Minuten |
| 500 Mbit/s | Etwa 20 Sekunden | Etwa 6 Minuten |
Was Uploads ausbremst
- WLAN statt Kabelverbindung, besonders bei größerem Abstand zum Router
- weitere Geräte, die denselben Anschluss gleichzeitig nutzen
- Videokonferenzen, die auf Upload-Engpässe besonders empfindlich reagieren
- VPN-Verbindungen, die zusätzliche Verschlüsselung und Umwege im Routing mitbringen
- Anwendungen für Cloud-Speicher, die im Hintergrund synchronisieren
- viele kleine Dateien, bei denen jede einzelne ihren eigenen Verwaltungsaufwand mitbringt
Wie große Uploads schneller werden
- Nutzen Sie nach Möglichkeit eine Kabelverbindung statt WLAN.
- Pausieren Sie während des Uploads anderen datenintensiven Verkehr.
- Fassen Sie viele kleine Dateien zu einem Archiv zusammen.
- Starten Sie sehr große Uploads außerhalb der Arbeitszeit, wenn Sie sich die Leitung mit anderen teilen.
- Nutzen Sie einen kostenpflichtigen Tarif, der eine höhere Upload- und Download-Geschwindigkeit enthält.
Megabit oder Megabyte: der häufigste Rechenfehler
Internetanschlüsse werden in Megabit pro Sekunde angegeben, Dateigrößen dagegen in Megabyte. Ein Byte besteht aus acht Bit, weshalb Sie den beworbenen Wert durch acht teilen müssen, um auf die tatsächliche Datenmenge pro Sekunde zu kommen.
Aus 100 Mbit/s werden so etwa 12,5 MB pro Sekunde. Wer diesen Schritt überspringt, unterschätzt die Dauer eines Uploads um den Faktor acht und wundert sich dann über die verbleibende Zeit, die der Browser anzeigt.
Hinzu kommt der Protokollaufwand von grob zehn Prozent. Als Faustregel für die Praxis genügt es, den theoretischen Wert um etwa ein Zehntel nach unten zu korrigieren.
Wo die Grenze wirklich liegt
In den meisten Fällen ist nicht der Dienst der Engpass, sondern die eigene Leitung. Ein Test der Upload-Geschwindigkeit vor dem Versand zeigt schnell, ob die erwartete Dauer realistisch ist.
Die kostenpflichtigen Tarife von MyAirBridge ab Basic beinhalten eine höhere Upload- und Download-Geschwindigkeit. Spürbar wird das vor allem dann, wenn die eigene Anbindung selbst genügend Reserven hat.
Der Upload läuft vollständig im Browser, es muss also keine Software installiert werden. Für sehr große Übertragungen empfiehlt es sich dennoch, den Rechner währenddessen nicht in den Ruhezustand wechseln zu lassen.
Auch der Empfänger spürt den Unterschied, denn die höhere Geschwindigkeit gilt in beide Richtungen. Wenn Sie regelmäßig große Lieferungen an Kunden verschicken, verkürzt das nicht nur Ihren Upload, sondern auch deren Wartezeit beim Download.
Planung großer Übertragungen
Bei Datenmengen im zweistelligen Gigabyte-Bereich lohnt es sich, den Upload wie einen eigenen Arbeitsschritt zu behandeln und nicht wie eine Kleinigkeit kurz vor Feierabend.
Rechnen Sie die voraussichtliche Dauer vorab aus, starten Sie den Upload entsprechend früh, und teilen Sie dem Empfänger die Frist realistisch mit. Ein Projekt gerät seltener durch eine langsame Leitung in Verzug als durch eine zu optimistische Zusage.
Häufige Fragen
Warum ist mein Upload so langsam?
Die meisten Anschlüsse haben eine deutlich geringere Upload- als Download-Geschwindigkeit. WLAN, VPN und paralleler Datenverkehr auf derselben Leitung verschlechtern das zusätzlich.
Wie lange dauert der Upload von 20 GB?
Bei 10 Mbit/s rund fünf Stunden, bei 100 Mbit/s rund eine halbe Stunde, jeweils vor Berücksichtigung des Protokollaufwands.
Beeinflusst der Übertragungsdienst die Upload-Geschwindigkeit?
Er kann es. Die kostenpflichtigen Tarife von MyAirBridge enthalten eine höhere Upload- und Download-Geschwindigkeit, begrenzend wirkt jedoch meist der eigene Anschluss.
Bringt es etwas, Dateien vor dem Senden zu komprimieren?
Bei vielen kleinen Dateien deutlich, weil ein einzelnes Archiv den Verwaltungsaufwand pro Datei vermeidet. Bereits komprimiertes Video- oder Bildmaterial wird dagegen kaum kleiner.
Zusammenfassung
Uploads sind langsamer als Downloads, weil Anschlüsse für Endkunden bewusst asymmetrisch ausgelegt sind. Kabelverbindung, das Vermeiden von parallelem Datenverkehr, das Zusammenfassen vieler kleiner Dateien und kostenpflichtige Tarife mit höherer Geschwindigkeit sind die praktikablen Wege, große Uploads zu verkürzen.