Kann ich 4K-Videos online versenden?
Ja. Ein 4K-Video wird genauso versendet wie jede andere Datei, und weil ein Übertragungsdienst nichts neu komprimiert, erhält der Empfänger die Originalqualität. Die eigentliche Frage ist die Größe: 4K-Material ist umfangreich, in 20 GB passt je nach Codec und Bitrate etwa eine Stunde Kameramaterial.
Wie groß 4K-Material wirklich ist
Ein kurzer geschnittener Film passt in der Regel in die kostenlose Übertragung von 20 GB. Mastering-Codecs und Rohmaterial brauchen die kostenpflichtigen Grenzen von 250 GB bei Pro oder die unbegrenzte Übertragung bei Enterprise.
Rechnen Sie vor dem Upload einmal grob nach, statt zu schätzen. Zehn Minuten ProRes sind schnell 60 bis 120 GB, und diese Zahl bestimmt sowohl den passenden Tarif als auch die Dauer des Uploads.
| Quelle | Ungefähre Größe pro Minute |
|---|---|
| Smartphone in 4K | 350 bis 400 MB |
| Consumer-Kamera in 4K | 400 bis 600 MB |
| 4K mit hoher Bitrate | 1 bis 3 GB |
| ProRes oder ähnlicher Mastering-Codec | 5 bis 12 GB |
| Rohformate der Kamera | 10 GB und mehr |
Warum Messenger-Apps für Video ungeeignet sind
- sie komprimieren das Video erneut und verwerfen Details dauerhaft
- die Auflösung wird häufig ohne Hinweis reduziert
- die Tonqualität leidet zusammen mit dem Bild
- Metadaten und Timecode können verloren gehen
Für alles, was noch geschnitten, farbkorrigiert oder ausgestrahlt wird, muss die Originaldatei unangetastet ankommen. Ein einmal weggerechnetes Detail lässt sich später durch keine Bearbeitung zurückholen.
4K effizient versenden
- Klären Sie zuerst, ob der Empfänger das Master oder nur eine Ansichtskopie benötigt.
- Für die Abstimmung exportieren Sie eine komprimierte Fassung und versenden diese.
- Für das Master laden Sie die Originaldatei ohne erneutes Encoding hoch.
- Nutzen Sie für Uploads im Gigabyte-Bereich eine Kabelverbindung statt WLAN.
- Setzen Sie ein Ablaufdatum, das dem Empfänger auch bei langsamer Leitung genug Zeit zum Herunterladen lässt.
Ansichtskopie oder Master
Die meisten Verzögerungen bei der Videoauslieferung entstehen dadurch, dass Master verschickt werden, wo eine Ansichtskopie genügt hätte. Eine komprimierte Fassung ist nur ein Bruchteil so groß, ist in Minuten hochgeladen und reicht für Freigaberunden vollkommen aus.
Das Master geht dann genau einmal raus, am Ende, wenn der Schnitt steht. Wer so arbeitet, spart pro Projekt oft mehrere Stunden reine Wartezeit.
Wenn Video regelmäßig unterwegs ist
Wer laufend mit Bewegtbild arbeitet, legt das Material sinnvollerweise in den Speicher, statt es für jeden Empfänger neu hochzuladen. Aus dem Speicher heraus lässt sich eine Übertragung ohne weiteren Upload verschicken, und freigegebene Ordner mit Lese- oder Schreibrechten ersparen den Versand einzelner Links.
Bei vertraulichem Material bieten die Tarife Pro und Enterprise zusätzlich Passwortschutz und Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Zu den Kunden, die auf diesem Weg arbeiten, zählen unter anderem Netflix, Spotify, Warner Bros., Disney und die BBC sowie Dutzende internationaler Filmfestivals.
Die Daten liegen dabei in einem Rechenzentrum in Prag, Tschechische Republik, also innerhalb der EU und unter der Datenschutz-Grundverordnung. Für Produktionen, die vor der Veröffentlichung unter Verschluss bleiben müssen, ist der nachweisbare Speicherort ein Argument für sich.
Wie lange ein 4K-Upload dauert
Die Werte sind theoretische Bestwerte, in der Praxis kommt Protokoll-Overhead dazu. Entscheidend ist die Größenordnung: Ein Master in einem Mastering-Codec ist keine Sache von Minuten, sondern eine Aufgabe, die man einplant, am besten über Nacht oder außerhalb der Bürozeiten.
Die kostenpflichtigen Tarife enthalten eine höhere Upload- und Download-Geschwindigkeit, sodass die eigene Leitung wieder zum begrenzenden Faktor wird und nicht der Dienst.
| Upload-Geschwindigkeit | 20 GB | 100 GB |
|---|---|---|
| 10 Mbit/s | etwa 5 Stunden | etwa 24 Stunden |
| 50 Mbit/s | etwa 1 Stunde | etwa 5 Stunden |
| 100 Mbit/s | etwa 30 Minuten | etwa 2,5 Stunden |
Häufige Fragen
Wie versende ich ein 4K-Video ohne Qualitätsverlust?
Laden Sie die Originaldatei zu einem Übertragungsdienst hoch und versenden Sie den Download-Link. Es wird nichts neu komprimiert, der Empfänger erhält die Datei genau so, wie sie exportiert wurde.
Wie viel 4K-Video passt in eine kostenlose Übertragung?
Innerhalb der kostenlosen Grenze von 20 GB ist es je nach Codec und Bitrate etwa eine Stunde Kameramaterial. Stark komprimierte Exporte reichen weiter, Mastering-Codecs deutlich weniger weit.
Soll ich für die Abstimmung das Master schicken?
In der Regel nicht. Versenden Sie für Freigaberunden eine komprimierte Ansichtskopie und das Master erst, wenn der Schnitt final ist.
Kann der Empfänger 4K-Material ohne Konto herunterladen?
Ja. Der Download läuft im Browser über den Link, ohne Registrierung und ohne Installation.
Zusammenfassung
4K-Videos werden ohne erneute Komprimierung übertragen, die Qualität überlebt die Auslieferung also unverändert. Die Einschränkung ist die Größe: Geschnittene Filme passen meist in die kostenlosen 20 GB, Mastering-Codecs und Rohmaterial brauchen kostenpflichtige Tarife mit 250 GB oder unbegrenzter Übertragung. Wer statt des Masters eine Ansichtskopie verschickt, spart den größten Teil der Wartezeit.